ABU: Recht, Verträge und Berufsbildung
Rechtsgrundsätze im Alltag
Du wendest Rechtsgleichheit, Treu und Glauben, Missbrauchsverbot, Ermessen und Beweislast auf klare Beispiele an.
- Fragen
- 10
- Dauer
- ca. 5–10 Min.
- Internes Trainingsziel
- 60 %
- Verstehen
Grundlagen in Ruhe anschauen.
- Ausprobieren
Antworten wählen und bei Bedarf ändern.
- Weiterkommen
Nach der Abgabe Lösungen mit Erklärungen sehen.
VERSTEHEN
Kurz erklärt. Gut vorbereitet.
Zusammenhänge verstehen
Rechtsgrundsätze helfen, Vorschriften fair und nachvollziehbar anzuwenden. Art. 8 BV verlangt Rechtsgleichheit und verbietet Diskriminierung. Vergleichbare Situationen sind ohne sachlichen Grund nicht unterschiedlich zu behandeln; sachlich begründete Unterschiede können aber zulässig sein. Treu und Glauben nach Art. 2 ZGB verlangt redliches Verhalten bei der Ausübung von Rechten und Erfüllung von Pflichten. Der offensichtliche Missbrauch eines Rechts wird nicht geschützt. Das ist mehr als die blosse Tatsache, dass ein rechtmässiger Anspruch für jemand anderen unangenehm ist. Wo das Gesetz Ermessen vorsieht, entscheidet das Gericht gemäss Art. 4 ZGB nach Recht und Billigkeit unter Berücksichtigung der Umstände. Ermessen ist keine Erlaubnis für Willkür. Art. 8 ZGB ordnet grundsätzlich die Beweislast zu: Wer aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet, muss sie beweisen, sofern das Gesetz nichts anderes bestimmt. Eine Behauptung und ihr Beweis sind verschieden. Belege sorgfältig aufzubewahren hilft deshalb auch im Alltag. Diese Grundregeln ersetzen bei komplexen Streitfällen keine genaue Prüfung.